Zur Geschichte des Eichsfeldes

Die erste urkundliche Erwähnung des Eichsfeldes als Eichesfelden geht zurück auf das Jahr 897. Einige Historiker meinen, die Namensgebung sei auf die in der Ursprungsregion weit ausgedehnten Eichenwälder zurück zu führen.

 

Im 10. Jahrhundert erwarb das Bistum Mainz die ersten Ländereien. Kaiser Otto II. übereignete seinem Bruder Wilhelm, Erzbischof zu Mainz, 993 Heiligenstadt und den Rusteberg mitsamt kleinerem Streubesitz. Mit weiteren Schenkungen, Käufen und Verträgen wurde der Grundstein zu einem immer größer werdenden Landbesitz des Mainzer Erzbistums im Eichsfeld gelegt. Bis schließlich dann im 16. Jahrhundert das gesamte eichsfeldische Land dem Kurmainzer Oberherrn gehörte.

 

Doch auch am Eichsfeld gingen die Reformation und die aufrührerischen Ideen Thomas Müntzers nicht spurlos vorüber. Längst war die Region von Unzufriedenheit mit den herrschenden Zuständen erfasst. Die Bauernschaft, die schwer unter den zahllosen Abgaben und der Willkür der Klöster litt, erhob sich im Bauernkrieg. Sie stürmten Burgen und Klöster und setzten ihnen den "Roten Hahn" aufs Dach. Mit der Niederlage des Bauernheeres bei Bad Frankenhausen im Mai 1525 setzte ein unerbittlicher Straffeldzug ein.

 

Der Mainzer Kurfürst bestand auf die Rekatholisierung seines Territoriums und bewirkte die Wiedereinführung des alten Glaubens und seiner Symbole. In dieser Zeit wurden zahlreiche Kreuze und Bildstöcke errichtet, Prozessionen und Wallfahrten verstärkt durchgeführt. Viele der heute noch verbreiteten religiösen Bräuche gehen auf die Zeit der Rekatholisierung des Eichsfeldes zurück.

Die Kriege der folgenden Jahrhunderte hinterließen ihre Spuren. Die einst blühenden Regionen litten Armut. Dabei bewährten sich die Klöster als wahre Wohlfahrtsanstalten, in denen Hungernde gespeist und Obdachlose einquartiert wurden.

 

Eine politische Trennung erfuhr das Eichsfeld im Zuge der regionalen Neuverteilung nach den Napoleonischen Kriegen. Schlagbäume, Zoll- und Landesgrenzen trennten das Preußen zugeordnete Obereichsfeld von dem, dem Königreich Hannover zugesprochenem, Untereichsfeld. Über Jahrhunderte gewachsene Gewerbe- und Erwerbsstrukturen existierten auf einmal nicht mehr. Zudem wurden in dieser Zeit zahlreiche Klöster zerstört, hunderte Mönche und Nonnen vertrieben. Der kirchliche Besitz - etwa 10 Prozent des eichsfeldischen Bodens - säkularisiert.

Ein regelrechter "Kulturkampf" entwickelte sich, da die Preußen immer wieder versuchten, die katholischen Traditionen in dieser Region zu beschränken. Doch die Menschen des Eichsfeldes wehrten sich. Sie verteidigten ihre geistige Identität, indem sie weiterhin an den gewachsenen Traditionen festhielten.

Im weiteren Verlauf der Geschichte trennte das Obereichsfeld vom Untereichsfeld die Staatsgrenze zwischen der DDR und der BRD. Massive Versuche des DDR-Regimes den Glauben der Menschen im Eichsfeld zu unterwandern, schlugen fehl. Die Eichsfelder schöpften aus ihrem christlichen Glauben Kraft und zeigten dies offen im aktiven Leben ihrer langjährigen Traditionen.


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